Wolfgang Tillmans

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Wolfgang Tillmans
Domestic scene, Remscheid, 1991
© Wolfgang Tillmans
Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Köln

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Wolfgang Tillmans
Eugen, Between Bridges, 2015
© Wolfgang Tillmans
Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Köln

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Wolfgang Tillmans
Alex, Hindemithstraße, 2012
© Wolfgang Tillmans
Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/Köln

* 1968 in Remscheid, lebt in Berlin und London

 

Mit der Frage nach dem zeitgenössischen Porträt geht die Frage nach dem Subjekt einher: Was ist ein Subjekt in der globalen Welt? Inwieweit ist es von familiärer und kultureller Sozialisation, von selbst gewählten Bindungen, sexueller Identifikation und Möglichkeiten einer auch an Kleidung und sonstigen Identifikationsmustern ablesbaren Selbstdarstellung geprägt. Gibt es einen Konsens über die Rolle des Einzelnen innerhalb unterschiedlicher gesellschaftlicher wie persönlicher Zusammenhänge? Vielleicht ist dieser Fragenkomplex auch eine Motivation für die Raum-Installationen, in die Wolfgang Tillmans innerhalb von Ausstellungen seine verschiedenartigen Bilder von Menschen einbindet. Sie basieren auf individuellen Begegnungen und häufig auch auf persönlichen Beziehungen und Bindungen des Künstlers. Seit Beginn der 1990er Jahre stellt sich Tillmans hierbei mit seinen Porträts von Freunden aus der Kunst, Popkultur und homosexuellen Szene stets indirekt auch selber vor. Sensibel und in ihrer fotografisch-dokumentarischen Unmittelbarkeit authentisch, unterstreicht seine Bildsprache und deren unprätentiös mit- und ohne Rahmungen im Ausstellungsraum angeordneten Bild-Inszenierungen die Nähe der Begegnungen im Porträt.

„Als ich 1990/1991 begann, meine Porträtarbeit genauer zu bestimmen, wollte ich meine Gefühle für meine Zeitgenossen allgemein wie auch für eine einzelne Person zum Ausdruck bringen“, beschreibt Tillmans seine Arbeit im Bereich des Porträts. Ich wollte die Kom­plexität einer Person in ihrer Gesamtheit darstellen. Den vielschichtigen Charakter einer Persönlichkeit, das Widersprüchliche, den Ausdruck der Kleidung und des Styles, das Verhalten, so, wie eine Person lebt, all das wollte ich veranschaulichen. Es ist die bruchstückhafte Realität von Identität, die mich fasziniert.“

 

www.tillmans.co.uk

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg