Uschi Huber

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Uschi Huber, aus der Serie Gerda, 2011- 2016
©Uschi Huber und VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Uschi Huber, aus der Serie Uschi Huber, 2011-2016
Quelle: Internet
©Uschi Huber und VG Bild-Kunst, Bonn 2016

*1966 in Burghausen, lebt in Köln

 

Innerhalb der künstlerischen Arbeit von Uschi Huber erscheint die Fotografie als Medium unterschiedlich reflektiert. Einerseits wird sie in ihren konzeptuellen Serien dokumentarisch eingesetzt, andererseits wird sie im Kontext von thematischen Bildrecherchen als Untersuchungsobjekt gesellschaftlicher und ästhetischer Fragestellungen, wobei hier vorgefundene Bilder betrachtet werden. Innerhalb der Ausstellung „Mit anderen Augen“ werden beispielhaft für diese Vorgehensweisen die Werkgruppen Uschi Huber und Gerda vorgestellt.

Als Projektion und damit als eine erweiterte Präsentationsform im Vergleich zu ihren bisherigen Ausstellungsinstallationen der Werkgruppe zeigt die Serie Gerda „die fotografische Langzeitbeobachtung einer Skulptur in naturalistischer Manier im öffentlichen Raum. Die lebensgroße Bronzefigur erinnert an die Arbeiterinnen der Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck um 1900. Sie steht an der Ecke eines großen Platzes in der Kölner Südstadt und wird durch (nicht inszenierte) Eingriffe von außen, sei es von Passanten, städtischen Arbeitern usw. beständig verändert und skulptural erweitert.“ (Uschi Huber). Einerseits erscheint sie damit als Denkmal-Porträt einer einfachen Arbeiterin, andererseits porträtieren sich die Bürger im Umgang mit „Gerda“, ein Name, den Uschi Huber der Figur gegeben hat, auch selber.

Den Aspekt der kritischen Hinterfragung des Selbstporträts und die Aussagefähigkeit eines fotografischen Bildes im Verhältnis zur abgebildeten Person, griff Uschi Huber 2011 mit einer Serie auf, die im Internet auf Facebook weitere Personen mit dem Namen ‚Uschi Huber‘ vorstellt.

Hierzu schreibt sie: „Die Porträts bei Uschi Huber existieren bereits in vereinzelter Form und haben schon eine Öffentlichkeit im Internet. Die Arbeit besteht aus Recherche, Auswahl und analoger Präsentation vorhandener Facebook-Profilbilder. Sie sind ein zeitgenössi­scher Spiegel, wie Frauen sich im Internet durch Fotografie präsentieren. Diese fotografischen Inszenierungen, die sich ganz bestimmter Konventionen und Codes bedienen, interessieren mich. Diese werden erst durch die serielle Zusammenstellung deutlich. Eine Frage, die hier aufgeworfen wird, ist, ob durch die Bildsprache der Fo­tos Rückschlüsse auf die jeweilige Person mit dem Namen „Uschi Huber“ gezogen werden können.“

Gemeinsam mit Jörg Paul Janka gibt Uschi Huber seit 1995 auch das Foto- und Videomagazin „OHIO“ heraus. Die jeweiligen Ausgaben beschäftigen sich mit Fotoarchiven aus unterschiedlichen Zusammenhängen und untersuchen auch hier die Gebrauchsweisen der Fotografie und die ästhetischen Eigenheiten der Bildkonvolute.

 

www.uschi-huber.de

BHJ

Ausstellungsort

Kunsthaus