Tobias Zielony

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Tobias Zielony
aus der Serie Quartiers Nord, 2003
Entrée-2, 2003
© Tobias Zielony
Courtesy Tobias Zielony und KOW Berlin

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Tobias Zielony aus der Serie Quartiers Nord, 2003
Malcom, 2003
© Tobias Zielony
Courtesy Tobias Zielony und KOW Berlin

* 1973 in Wuppertal, lebt in Berlin

 

In den mehrteiligen Bilderzählungen von Tobias Zielony sind es häufig Jugendliche sozialer Randgruppen, denen er sich mit den Stilmitteln des Bildjournalismus und der individualisierenden Dokumentarfotografie annähert, um sie in ihrem Gruppenzusammenhang oder als Einzelporträts vorzustellen. Die in der Ausstellung präsentierte Serie Quartiers Nord entstand in Marseille 2003. Aus unterschiedlichen Perspektiven bei Nacht aufgenommen, zeigt sie das Leben von Jugendlichen mit nordafrikanischem Migrationshintergrund in einem Quartier, das als kriminelles Ghetto Konflikte birgt und von der zentralistisch von Paris aus gelenkten Politik nach wie vor vernachlässigt wird.

Die Begegnung mit sozialkritischen Themen vergegenwärtigte Tobias Zielony unter Bezugnahme auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte auch in einem umfassenden, Kunst und Medien miteinander verbindenden Projekt im Deutschen Pavillon auf der 56. Biennale in Venedig 2015. Seine Serie The Citizen mit Porträts von afrikanischen Flüchtlingen, die inzwischen in Deutschland leben und sich hier mit den Herausforderungen der Integration konfrontiert sehen, sich diesen aber politisch aktiv stellen, wurde im Vorfeld der Biennale in vom Künstler angeregten Zeitungsberichten in Afrika veröffentlicht, womit Zielony konzeptuell eine Verbindung zwischen Kunst und ihrer politisch-öffentlichen Wirkungsmöglichkeit herstellte

„Ich porträtiere die Protagonisten meiner fotografischen Serien, oft sind das Jugendliche, Gangster und Außenseiter. In meiner letzten Arbeit The Citizen für den deut­schen Pavillon der Biennale von Venedig (2015) ging es um Flüchtlingsaktivisten in Deutschland,“ beschreibt Zielony die Rolle, die das Porträt dabei in seinen Arbeiten einnimmt.

BHJ

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg