Peter Piller

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Peter Piller
Aus der Serie Diese Unbekannten (Täter), 2002
© Peter Piller

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Peter Piller
Aus der Serie Frau Baum, 2010
© Peter Piller

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Peter Piller
Aus der Serie Frau Baum, 2010
© Peter Piller

 

*1968 in Fritzlar, lebt in Hamburg und Leipzig

 

Peter Piller ist in den vergangenen Jahren vor allem als ein Bilder-Sammler von Fotografien bekannt geworden. Mit Rücksicht auf die Rolle, die das Porträt in der Alltagsfotografie besitzt, liegt es auf der Hand, dass sich auch in seinem Werk bedeutende Konvolute zu diesem Thema finden lassen.

Pillers Bildersammlungen reflektieren dabei vielfach gesellschaftliche oder gar politische Dimensionen der Fotografie. In diesem Sinne beschäftigen sich die beiden in der Ausstellung gezeigten Reihen mit einem Aspekt der sozialen Medien bzw. dem Thema der fotografischen Überwachung des öffentlichen Raums.

So stellt die Werk­gruppe Frau Baum aus dem Jahr 2010 beispielhaft eine Sammlung von Porträtfotos mit Frauen vor, die in romantisierender Pose an Bäumen anlehnend zu se­hen sind. Piller hat diese Bilder sodann noch mit Photoshop bearbeitet und die Erkennbarkeit in eine verschwommene Ahnung eines Individuums überführt. Die durchaus komische Absurdität und zugleich die Alltäglichkeit dieser Bilder verblüffen.

Die zweite ausgestellte Werkgruppe, Diese Unbekannten (Täter), setzt sich aus in Zeitungen veröffentlichten Bildern zusammen. Es handelt sich dabei um Fahndungsfotos, die ihrerseits auf Aufnahmen von Überwachungskameras beruhen, mit denen nach Scheckkartenbetrügern gesucht wir­d. Die gemeinhin als kritisch betrachtete Überwachung des öffentlichen Raums erscheint so in einem zumindest ambivalenten Licht. Die grobe Struktur der Bilder verunklärt aber erneut das Abbild des Individuums – gerade dann, wenn es im besonderen Masse um Identifikation gehen soll. Wie also definiert sich im Sinne Pillers ein gelungenes Bild? „Gültige Bilder sind für mich oft Bilder, die nicht alles auf den ersten Blick preisgeben. Im Idealfall sind es Bilder, an die man sich nach einer Weile unwillkürlich erinnert.“, lautet seine Antwort.

 

www.peterpiller.de

SG

Ausstellungsort

Kunsthaus