Oliver Sieber

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Oliver Sieber
Aus der Serie Imaginary Club, 2005 – 2012
Junko, Osaka, 2008
© Oliver Sieber

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Oliver Sieber
Aus der Serie Imaginary Club, 2005 – 2012
Frau, Tokyo, 2005
© Oliver Sieber

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Oliver Sieber
Imaginary Club, 2005 – 2012
Installationsansicht Kunstmuseum Bonn, 2016
© Oliver Sieber

* 1966, in Düsseldorf, lebt in Düsseldorf

 

Innerhalb seiner fotografischen Arbeit nimmt das Porträt seit vielen Jahren das zentrale Interesse von Oliver Sieber ein. Als Genre, das mit Aspekten der Identität in vielschichtiger Weise verbunden ist, interessieren ihn, wie er es im Interview des Kataloges zur Ausstellung beschrieben hat, besonders „Phänomene wie Gruppenzugehörigkeiten und Identitätsbildung (…). Geschlechterzugehörigkeiten, das Erwachsenwerden, Sich-zueinander-in-Beziehung-Setzen.“

Aus den unterschiedlichen Werkgruppen, die im Kontext dieses Interesses in den vergangenen Jahren entstanden sind, werden innerhalb der Ausstellung „Mit anderen Augen“ Arbeiten von Oliver Sieber sowohl in der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln als auch im Kunstmuseum Bonn vorgestellt. Hierbei zeigt Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur aus ihrem Sammlungsbestand Beispiele aus der Werkgruppe Die Blinden. Die Bildreihe entstand 2002/03 in einer Schule für Sehbehinderte und Blinde in Düren und hinterfragt im Bild der Blinden, was man überhaupt zu sehen vermag und in welchem Verhältnis Äußerlichkeit zum inneren Auge steht.

Anders als die Blinden sind die Jugendlichen und jungen Menschen, denen wir in der Werkgruppe Imaginary Club im Kunstmuseum Bonn innerhalb einer hierfür eigens konzipierten Rauminszenierung begegnen, sehr viel mehr mit ihrer äußerlichen Erscheinung beschäftigt. Die Serie ist zwischen 2005 und 2012 entstanden. In ihr unternimmt Oliver Sieber eine Reise durch die Nacht. Er porträtiert Jugendliche, die ihm auf Partys, Konzerten und Events begegnen und die sich die Freiheit nehmen, ihren Weg jenseits des Mainstreams zu gehen, darunter Punks, Psychobillies, Gothic Lolitas, Transgender oder Künstlerfreunde. Menschen, die ihn inspirieren und die sich nach außen den Habitus der Subkultur zulegen, gleichzeitig aber bereits selber wieder identitätsstiftende Muster und Zugehörigkeiten erkennbar werden lassen.

Hier wie dort stellt Oliver Sieber die Protagonisten seiner Bilder stets nach bestimmten Bildmustern als Halbporträt vor hellen oder dunklen Hintergründen vor. In der Ausstellung im Kunstmuseum Bonn als Raum im Raum inszeniert, erscheinen sie wie in eine „geschlossene Gesellschaft“ – die Assoziation an Sartre ist dabei im Sinne des Künstlers.

In der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur zeigt Oliver Sieber seine Porträtserie „Die Blinden“.

www.os66.de

BHJ

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg