Michael Schmidt

01

Michael Schmidt
o. T., 1985/1997
aus der Serie Menschenbilder (Ausschnitte)
© Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt
Courtesy Galerie Nordenhake, Stockholm/Berlin

02

Michael Schmidt
o. T., 1981/1997
aus der Serie Menschenbilder (Ausschnitte)
© Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt
Courtesy Galerie Nordenhake, Stockholm/Berlin

03

Michael Schmidt
o. T., 1984/1997
aus der Serie Menschenbilder (Ausschnitte)
© Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt
Courtesy Galerie Nordenhake, Stockholm/Berlin

1945 – 2014, Berlin

 

Mit seinem fotografischen Werk, das seit Mitte der 1960er Jahren weitgehend im Bereich der Schwarzweiß- bzw. der differenzierten „Grau-Fotografie“ und dabei stets in Werkgruppen und Serien entstanden ist, gehört Michael Schmidt (1945-2014) zu einem der wichtigen Positionen und Wegbereiter einer Auseinandersetzung mit der Fotografie als sozialkritisch orientiertes und künstlerisch konzeptuelles Medium nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland. Ausgehend von einer dokumentarischen Bildsprache lotete er deren Möglichkeiten im Kontext unterschiedlicher Annäherungsmöglichkeiten an urbane, landschaftliche, soziale, politische und lebensalltägliche Themen aus. Zunächst entstehen diese in seiner Heimatstadt Berlin, später mit Blick auf die Provinz „IRGENDWO“ – so der Titel einer Bildserie und Publikation – in Deutschland. Mit dem Fokus auf Identitätsfragen gehören Werkgruppen wie „Frauen“ und „Lebensmittel“ zu den weiteren Themenspektren von Michael Schmidt. Erstmals setzte er bei letztgenannter Werkgruppe auch die Farbfotografie ein. Mit Blick auf die Wiedervereinigung Deutschlands und einem Gesellschaftsbild in Ost- und Westdeutschland untersuchte er 1996 darüber hinaus mit der Werkgruppe „EIN-HEIT“ neben eigenen auch fotografische Bilder aus Medienkontexten. Innerhalb seiner komplexen Grundlagenforschung zur Fotografie war Michael Schmidt auch als Lehrender und Vermittler der Fotografie tätig.

Mit dem Fokus auf das Thema Porträt zeigt die Ausstellung „Mit anderen Augen“ aus dem vielschichtigen Schaffen von Michael Schmidt eine Auswahl aus der Werkgruppe Menschenbilder (Ausschnitte). Seine differenzierten Aufnahmen von Menschen unterschiedlichen Alters in nur angedeuteten urbanen Umgebungen entstanden in den 1980er und 1990er Jahren. In Abstufungen von Grau-Tönen abstrahieren sie die jeweiligen Blicke auf die Menschen aus der ursprünglichen Situation und von einer konkreten Erzählebene. Als bildnerisch autonome Dokumente schaffen sie eher neue Zusammenhänge, nähern sich Aspekten der Typisierung ebenso wie der verweiskräftigen Dichte von subjektiv bestimmten ‚Augenblicken‘ an. Ebenso wie die sonstigen Serien, sind auch die „Menschenbilder (Ausschnitte)“ als konzeptuelle Serie angelegt, für die Michael Schmidt immer wieder sein Bild-Archiv sichtete.

 BHJ

Die Vielzahl der Bilder“ – schreibt Michael Schmidt zu seinen Anordnungen – „birgt eine größere Komplexität. Die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Bildern erzeugt eine neue Ebene. […] Ganz wichtig ist mir auch, daß die Bilder nichts Plakatives haben. Sie sind nicht erzählerisch. Sie ergeben zwar eine Erzählstruktur, die findet sich aber nicht im einzelnen Bild wieder.“

Ausstellungsort

Kunsthaus