Mark Neville

01

Mark Neville
Firing Range, 2011
aus der Serie The Helmand Work, 2010–2011
© Mark Neville

02

Mark Neville
On Patrol in Gereshk, 1, 2011
aus der Serie The Helmand Work, 2010–2011
© Mark Neville

03

Mark Neville
On Patrol in Lashkar Gah, 5, 2011
aus der Serie The Helmand Work, 2010–2011
© Mark Neville

 

Der englische Künstler Mark Neville war von Dezember 2010 bis März 2011 in Afghanistan, um im Auftrag von firstsite, einer in Colchester ansässigen Kunstförderung, als War Artist die 16 Air Assault Brigade der British Army zu begleiten. Der Aktionsradius konzentrierte sich auf die Provinz Helmand im Süden, ein unruhiges und umkämpftes Gebiet. Für Neville war es die erste Konfrontation mit kriegerischen, lebensbedrohlichen Situationen – eine persönliche Grenzerfahrung mit nachhaltiger Wirkung, wie er in dem Buch Battle against Stigma schildert. Während der Monate in Afghanistan sind filmische Arbeiten sowie großformatige Farbporträts entstanden, die auch einen Eindruck des alltäglichen Lebens vermitteln. The Helmand Work erzählt vom Aufeinandertreffen zweier Kulturen unter schwierigen Bedingungen. Die Grenzen zwischen Feind und Freund sind für Außenstehende wie für unmittelbar Beteiligte oft nur schwer zu erkennen. Der erzwungene Umgang mit dem gänzlich Fremden ist die große Herausforderung, und es ist keine Zeit für persönliche Begegnungen gegeben, denn es gilt, sich und die anderen in einem bedrohlichen Umfeld zu schützen. Es ist eine kulturelle und sozialpolitische Frage, wie sich eine Gesellschaft unter bestimmten Umständen formiert und wieviel Spielraum dem Einzelnen zur Verfügung steht. Mark Nevilles Porträts beziehen diese Fragestellung ein, sie sind visuelle Referenzen eines höchst komplizierten Status quo. Einen soziopolitischen Ansatz sieht Neville auch im Werk von August Sander virulent, der mit großem Wahrnehmungsvermögen für die Phänomene seiner Zeit und mit Respekt vor seinen Mitmenschen ein analytisches Porträtkompendium geschaffen hat.

 

www.markneville.com

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg