Katharina Mayer

01

Katharina Mayer
Familie Kutsch, 
2013
© Katharina Mayer

02

Katharina Mayer
Familie Ruhland, 
2012
© Katharina Mayer

03

Katharina Mayer
Familie Kraushaar, 
2015
© Katharina Mayer

*1958 in Rottweil, lebt in Düsseldorf

  

Die ehemalige Schülerin von Bernd und Hilla Becher beschäftigt sich, was angesichts der Fülle fotografischer Genres durchaus nicht selbstverständlich ist, schwerpunktmäßig mit dem Thema „Porträt“. Parallel zu Thomas Struth, bei dem das Motiv ebenfalls eine große Rolle spielt, verfolgt Katharina Mayer seit 2001 konsequent das Thema des Gruppen-, bzw. genauer: des Familienporträts.

Auffällig ist dabei da Moment der Inszenierung. Mayer ist, wie Christoph Schreier einmal meinte, eine „Regisseurin unter den Fotokünstlerinnen, deren Bildwelten nicht Vorgefundenes wiedergeben, sondern das Produkt eines langen Vorbereitungs- und Gestaltungsprozesses darstellen.“

Die Künstlerin inszeniert die Familien wie Szenen auf einer Bühne. Gerade mit Rücksicht auf die Veränderungen der Wirklichkeit unter dem Eindruck digitaler Medien bleibt dabei vielfach die Frage offen, ob es wirklich die Fotografin war, die ihre Modelle so artifiziell positioniert hat oder es sich um überzogene Selbstdarstellungen einzelner Dargestellter handelt? Auch wenn die Bilder selbst diese Frage nicht eindeutig beantworten, so wird doch offensichtlich, dass das Zusammenspiel von Fotograf und Modell in Mayers Familienbildern von zentralem Interesse sind. Zudem lotet sind in scheinbar intimen Einblicken die Beziehungen zwischen den Individuen, zwischen Öffentlichkeit und Privatheit aus.

Wann aber ist für die Fotografin ein Bild gelungen? Mayer beantwortet diese Frage wie folgt:

„Ein Porträt ist gültig, wenn es mir heilig wird, einen Zauber entwickelt, eine Aura des Wesens vor mir. Wenn es mir gelingt, den oder die Menschen aus der Situation herauszulösen, zu erlösen – ohne Verlust der Haltung. Das Verhältnis von innerer zur äußeren Haltung ist mir das Wichtigste in meiner Arbeit mit Menschen. Alle Merkmale, die üblicherweise zur Identifizierung notwendig sind, können gelöscht sein. Identität ist eine Frage der Transparenz zwischen Betrachter/Fotograf und Modell.“
SG

 

www.katharinamayer.com
familia.katharinamayer.com

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg