Jan Paul Evers

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Jan Paul Evers
Porträt eines Kunsthändlers, 
2008
© Jan Paul Evers

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Jan Paul Evers
Ehepaar mit Hund, 2012
© Jan Paul Evers

03

Jan Paul Evers
Porträt Julia Stoschek, 2011
© Jan Paul Evers

*1982 in Köln, lebt in Köln

 

Im Unterschied zu vielen anderen Zeitgenossen arbeitet der junge Kölner Künstler Jan Paul Evers selten mit Bild-Reihen, sondern erarbeitet sich zumeist Einzelbilder – was dem Grundgedanken der Porträt-Darstellung natürlich zu Gute kommt. Doch auch von dieser Tradition hebt sich Evers deutlich ab, unterläuft das Vertrauen in die klassische Bildform auf subtile Art und Weise. Schon auf den ersten Blick irritieren seine Porträts durch die scheinbar unpräzise Darstellungsweise. Dies hat damit zu tun, dass er die Personen selbst nicht fotografiert, sondern bereits auf der Ebene des Bildes einsetzt. Evers selbst erläutert dies wie folgt: „Als Ausgangspunkt dienen zu meist Foto­vorlagen, gleich welcher Herkunft. Diese werden von mir bearbeitet, und ich lege Maske über Maske. Es entstehen somit Bilder von Bildern, die nicht von der Idee geleitet sind, den Charakter einer Person einzufangen. Vielmehr versuche ich, eine Idee/Vorstellung von „Person“ zu entwerfen. Oft handelt es sich bei den auf den Fotovorlagen abgebildeten Personen im weitesten Sinne um Funktionsträger.“

Es handelt sich also nicht um psychologische Durchdringungen von Personen, sondern um einen kunstinternen Diskurs. Das zeigt sich auch an den Motiven, die das Bild einer Sammlerin, eines Kunsthändlers oder eines Künstlers zeigen. Mit seinem neusten Bild von „James Bond“ oder dem „Ehepaar mit Hund“, das unverkennbar den Altbundeskanzler Helmut Kohl mit seiner Frau und einem typisch deutschen Schäferhund zeigt, offenbart sich aber auch eine bisweilen humorvolle Komponente in diesem reflexiven Ansatz.

SG

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg