Hiroh Kikai

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Hiroh Kikai
A chief carpenter, 1985, aus der Serie Asakusa
© Hiroh Kikai

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Hiroh Kikai
A performer of Butoh, Daisuke Yoshimoto, 2001, aus der Serie Asakusa
© Hiroh Kikai

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Hiroh Kikai
A clerk who was letting her hair grow long, 1987, aus der Serie Asakusa
© Hiroh Kikai

*1945 in Yamagata, Japan, lebt in Kawasaki, Japan

 

Die Straßen und Plätze von Metropolen mit ihrer großen Vielfalt an individuellen, von der persönlichen Geschichte gezeichneten Typen als eigenen Kosmos zu betrachten, ist für Hiroh Kikais Langgzeitprojekt Asakusa ein grundlegender Aspekt. Der titelgebende Stadtteil in Tokio war lange als Vergnügungsviertel mit Bars, Theatern und Kinos bekannt, heute ist er mehr Geschäfts- und Einkaufszentrum. Kleine, oft von Familien geführte Betriebe sind dort zu finden, Handwerker und Arbeiter zählen zur Anwohnerschaft. In Asakusa steht zudem der älteste buddhistische Tempel Tokios mit Namen Sensō-ji, der viele Besucher und Touristen anzieht. Kikai, der nicht in diesem Viertel lebt, hält sich zum Fotografieren meist den ganzen Tag über im Tempelbezirk auf. Fühlt er sich von einer Person besonders angezogen, spricht er diejenige oder denjenigen an und bittet um eine Aufnahme. Eine Mauer des Tempels bildet den Hintergrund für seine mit einer Hasselblad (ohne Stativ) aufgenommenen Schwarz-Weiß-Bilder, die in Komposition und Atmosphäre fast wie Studioporträts wirken. Der monochrome Bildfond lenkt die Konzentration ganz auf die jeweilige Persönlichkeit – meistens handelt es sich um Einzelpersonen, selten Paare, nie um Gruppen. Die fast erzählerisch angelegten Bildtitel geben Auskunft über die Begegnung zwischen Fotograf und Dargestellten, oder sie verweisen auf deren Lebensumstände. So gibt das unabgeschlossene Langzeitprojekt zwar im Speziellen einen exemplarischen Überblick über die japanische Gesellschaft der letzten Jahrzehnte, doch möchte Hiroh Kikai Asakusa auch als eine Erzählung über das allgemein Menschliche betrachtet wissen.

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg