Gabriele und Helmut Nothhelfer

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Gabriele und Helmut Nothhelfer
Paar vor dem Reichstagsgebäude während der Tage der Ein- und Ausblicke des Deutschen Bundestages, Berlin, 2000
© Gabriele und Helmut Nothhelfer, VG Bild-Kunst, Bonn, 2016

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Gabriele und Helmut Nothhelfer
Sommerfest der Synagoge, Berlin-Mitte, 2001
© Gabriele und Helmut Nothhelfer, VG Bild-Kunst, Bonn, 2016e

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Gabriele und Helmut Nothhelfer
1. Mai vor dem Roten Rathaus, Berlin, 2002
© Gabriele und Helmut Nothhelfer, VG Bild-Kunst, Bonn, 2016

 

Gabriele Nothhelfer *1945 in Berlin, Helmut Nothhelfer *1945 in Bonn, Ausbildung an der Lette-Schule, Berlin

 

Seit 1973 gehen Gabriele und Helmut Nothhelfer gemeinsam zu öffentlichen Veranstaltungen, Volksfesten, Konzerten, Paraden, Demonstrationen oder zu Begegnungsorten, die von vielen Menschen üblicherweise sonn- und feiertags aufgesucht werden. Bis vor wenigen Jahren war Berlin ihr Arbeitsmittelpunkt. Quasi aus der Beobachterperspektive und ausgerüstet mit einer Kleinbildkamera studieren die Nothhelfers die Gesichter und die Verhaltensweisen der angetroffenen Personen. Dies tun sie, ohne dass die in den Fokus genommenen Personen unbedingt Blickkontakt zu ihnen aufnehmen. In manchen Fällen haben die Betrachteten nicht einmal Kenntnis von der Aufnahme, bis sich die Fotografen letztlich doch zu erkennen geben.

Die Menschen bleiben im Werk der Nothhelfers zwar anonym, doch durch ihr Erscheinungsbild, ihren Blick und ihre Haltung, berichten die Dargestellten etliches von ihrem persönlichen und allgemeinen Lebenshintergrund, ihren Vorstellungen und Wünschen. Insofern fügt sich – ähnlich dem sequenziellen Ansatz von August Sander – aus all den von Nothhelfers hervorgehobenen Augenblicken und Ansichten ein Bild der Zeit.

In die sogenannte offizielle künstlerische Bildreihe der Nothhelfers schaffen es aufgrund ihres selbst auferlegten strengen Auswahlverfahrens nur wenige Aufnahmen. Die Fotografen führen eine intensive Auseinandersetzung über jedes ihrer Motive und dies im fortwährenden Vergleich all dessen, was sie geschaffen haben; ein Weg, mit dem sich Gabriele und Helmut Nothhelfer seit Langem auch der zunehmenden Flut fotografischer Bilder entziehen und mit Bedacht und in Kenntnis der vielen Metaebenen von Fotografie dazu aufrufen, genau hinzuschauen, um neben dem Offensichtlichen auch das subtil Mitschwingende zu entdecken.

 

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur hat im Jahr 2009 das Porträtwerk von Gabriele und Helmut Nothhelfer in einer Retrospektive vorgestellt, begleitet von einer umfassenden Publikation.

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg