Diane Arbus

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Diane Arbus
Young couple in Washington Square Park
New York City, 1965
© The Estate of Diane Arbus LLC.

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Diane Arbus
Woman and her son
New York City, 1965
© The Estate of Diane Arbus LLC.

1923–1971 in New York, Studium bei Berenice Abbott, New York School for Social Research, 1956/57/58 Studium bei Lisette Model

 

Die schonungslosen Porträts, die die amerikanische Fotografin Diane Arbus seit 1957 in Bars und bei Freakshows, in New Yorker Straßen und Parks, in gesellschaftlich angesehenen Kreisen sowie in nächtlichen Szenerien, in Nudistencamps und Psychiatrien, aufgenommen hat, sind verstörend und eindrucksvoll zugleich. Sie stellen immer wieder das Konforme, das sogenannte Normale infrage. Sie zeigen Schattenseiten, wo gemeinhin Glück und Erfolg vermutet wird. Das Hintergründige, das Irritierende und Extrovertierte, vermeintlich Surreale, wird zur Quelle von Arbus’ Bildschöpfungen. Ihre Porträtarbeiten zeigen ebenfalls, dass die Fotografin immer wieder schmerzlich feststellen musste, wie stark die Kluft zwischen Selbstdarstellung bzw. Außenwirkung und Selbstwahrnehmung einer Person ausfallen kann, wie schwer es ist, die eigene Identität auszuloten und erfüllt zu leben. Eine Fragestellung, die sie – darauf lässt ihr Lebensweg und früher Freitod schließen – auch aus eigener Erfahrung in ihre Arbeit projizierte.

Die fotografisch-künstlerischen Anfänge von Diane Arbus liegen im Bereich der Modefotografie, eine Welt die sie trotz erfolgreicher Tätigkeit verließ, um sich der freien künstlerischen Arbeit zu widmen. Ihre vornehmlich in Schwarz-weiß umgesetzten Porträts sind nach wie vor für viele Fotografen von großem Einfluss und sie selbst nennt für ihr eigenes bildnerisches Werk August Sander als wichtigen Mentor. Was Arbus an Sanders Bildern wohl außerordentlich gefiel und zur Auseinandersetzung anregte, war das weite, von ihm bearbeitete gesellschaftliche Spektrum, dazu die in Sanders Porträts stark zum Ausdruck kommende Selbstsicherheit und gegenseitige Anerkennung von Fotograf und „Modell“.

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg