Dagmar Keller/Martin Wittwer

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Dagmar Keller / Martin Wittwer
Aus der 114-teiligen Serie Passengers, 2011
© Dagmar Keller / Martin Wittwer und VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Dagmar Keller / Martin Wittwer
Aus der 114-teiligen Serie Passengers, 2011
© Dagmar Keller / Martin Wittwer und VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Dagmar Keller / Martin Wittwer
Aus der 114-teiligen Serie Passengers, 2011
© Dagmar Keller / Martin Wittwer und VG Bild-Kunst, Bonn 2016

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Dagmar Keller / Martin Wittwer
Aus der 114-teiligen Serie Passengers, 2011
© Dagmar Keller / Martin Wittwer und VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Dagmar Keller, *1972 in Donaueschingen / Martin Wittwer *1969 in Lausanne; leben in Düsseldorf und anderswo

 

Das Düsseldorfer Künstlerpaar besticht durch seine Foto-Bücher, zu denen auch die 114-teilige Reihe der „Passengers“ aus dem Jahr 2011 zählt. Neben stilleben-artigen Details handelt es sich bei dieser poetischen Folge von Bildern von Dagmar Keller und Martin Wittwer vorwiegend um Nahansichten von Bus-Reisenden, die wir hinter Fensterscheiben vor einem dunklen Hintergrund sehen.

Ikonografisch erinnern die Bilder bisweilen an Walker Evans’ versteckt mit der Kleinbildkamera aufgenommene New Yorker „Subway“-Porträts aus den späten 1930er und -40er Jahren oder auch an Chris Markers Serie dokumentarischer Momentaufnahmen von Menschen in der Pariser Métro aus den Jahren 2008–2011.

Im Unterschied dazu aber ist bei dem Düsseldorfer Künstlerpaar die Einsamkeit des Wartens stärker thematisch. Es ist der oder die Einzelne im öffentlichen Nahverkehr, der sich gedanklich abwesend wie in einer „Auszeit“ befindet. Verstärkt wird dieser Eindruck durch eine Distanzierung vom Betrachter, die auch durch die verschmutzten Fensterscheiben entsteht. Das Motiv des Fensters spielt, wie Dagmar Keller erläutert, hier eine große Rolle, da es zugleichals trennendes und verbindendes Element präsent ist: „Das ‚Außen-vor-Sein‘ unsererseits ist sozusagen den Bildern eingeschrieben. Gleichzeitig kommen wir den Personen mit der Kamera sehr nahe. Es ist so eine Art Oszillieren zwischen Distanzhalten und ‚Zunahetreten‘.“

 

www.kellerwittwer.de

SG

Ausstellungsort

Kunsthaus