Clegg & Guttmann

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Clegg & Guttmann
Group Portrait of Bundesministers, 2000
© Clegg & Guttmann
Courtesy Galerie Nagel Draxler, Berlin/Köln

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Clegg & Guttmann
Portrait of a Man with Nok Masks, 2006
© Clegg & Guttmann
Courtesy Galerie Elisabeth & Klaus Thoman, Innsbruck/Wien

Clegg & Guttmann, Michael Clegg *1957 in Dublin/Irland, lebt und arbeitet in Berlin / Martin Guttmann *1957 in Jerusalem/Israel, lebt und arbeitet in Wien

 

Seit den 1980er Jahren beschäftigt sich das Künstlerduo Clegg & Guttmann mit unterschiedlichen konzeptuellen Möglichkeiten zum Thema Porträt. Hierbei werden sowohl fotografisch-bildnerische als auch installativ-metaphorische Möglichkeiten einer Herangehensweise austariert, um das Genre stets in seinen gesellschaftlichen Zusammenhängen und Aussagemöglichkeiten zu untersuchen. Zitate an die repräsentative Funktion der Gruppenbildnisse, wie man sie beispielsweise von Franz Hals aus der Kunstgeschichte kennt, erscheinen seit den frühen Gruppenbildnissen, die Vertreter aus dem Wirtschaftmanagement vorstellen sollen. Tatsächlich basieren diese Bild-inszenierungen auf einem Rollenspiel, mit dem die Darstellung eines Abhängigkeitsverhältnisses von Auftraggeber und Künstler vergegenwärtigt wird. Im weiteren Verlauf entstehen im Kontext dieses Untersuchungsfeldes auch reale Porträts mit Bezug zum öffentlichen Leben und zur Kunst von Sammlern oder auch von Künstlerkollegen. Hierzu bekamen Clegg & Guttmann „auch echte Aufträge, doch sagten wir explizit: ‚Wir fühlen uns nicht verpflichtet, sie spezifisch abzubilden, sondern eher die Ahnenreihe von Menschen wie Sie. Sofern Sie möchten, können Sie das Werk erwerben, sonst betrachten wir es als ‚abgelehntes Porträt’ und stellen es als solches öffentlich aus.“

Innerhalb der Ausstellung Mit anderen Augen zeigt das Kunstmuseum Bonn aus der Reihe dieser „abgelehnten Bilder“ die Fotoarbeit „Portrait of a Man with Nok Masks“. Es zeigt das Bild eines Sammlers vor seinem Kamin, auf dessen Sims sich eine archaische Ahnenreihe von Terrakotta Masken-Porträts befindet. In humorvoller Weise lässt diese Reihe einen Bezug zu „Group Portrait of Bundesminister“, als Collage von sechs ehemaligen Ministern, ganz in der Anbindung an die repräsentative Funktion des Porträts herstellen.

BHJ

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg