Christopher Williams

01

Model #105M – R59C
Keystone Shower Door

Vancouver, B.C., April 6, 2005,
Silver Gelatine Print
© Christopher Williams
Courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne

02

Mustafa Kinte (Gambia),
July 20, 2007, 2008
© Christopher Williams
Courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne

03

Zimra stretching,
February 1, 2013, 2013
© Christopher Williams
Courtesy Galerie Gisela Capitain, Cologne

*1956 in Los Angeles, lebt | lives in Düsseldorf und | and Los Angeles

 

Manch ein Kenner der zeitgenössischen Kunst wird vielleicht erstaunt sein im Kontext dieser Ausstellung auf Christopher Williams zu treffen. Der Professor für Fotografie an der Kunstakademie Düsseldorf steht für eine extrem analytische Auseinandersetzung mit dem Medium – aber für das Genre Porträt? Williams erklärt jedoch selbst, dass es gerade Porträts sind, die in der Entwicklung seines Werks eine große Rolle gespielt haben: „Ernsthaft beschäftige ich mich mit Porträt¬fotografie seit dem Ende der 1970er Jahre. Zu meiner ersten Soloausstellung gehörten vier Bilder John F. Kennedys, in denen er der Kamera den Rücken zuwandte. Das bedeutete für mich damals eine explizite Auseinandersetzung mit den in der Presse üblichen Konventionen hinsichtlich Porträts. Durch die Umkehrung der normati¬ven Beziehung zwischen Kamera und Sujet sowie das Element der Wiederholung wur¬de das Werk eher zu einem Spiel mit ver¬schiedenen Arten der Porträtkunst, als dass ich das Konzept der unmittelbaren Porträtfotografie untersuchte.“

Dabei unterwandert Williams in seinen verschiedenen Einzelbildern die vermeintliche Unschuld des Fotos sehr subtil. In den inszenierten Bildern mit den demonstrativ langen Titeln setzt er sich mit verschiedenen Formen konventioneller Magazin- oder Werbefotografie und verzichtet in konzeptueller Manier auf die eigene fotografische Tätigkeit – Williams arrangiert das Szenario und lässt dann fotografieren. Das dargestellte Individuum steht dabei keineswegs im Mittelpunkt, wie er ausführt: „Generell interessiere ich mich eher für ein Sujet, das einen Typus verkörpert, als für ein Individuum. Die Vorstellung, die Kame¬ra als Werkzeug zur Erforschung der Seele des Porträtierten einzusetzen, hat für mich weder Wert noch Nutzen.“ – Das Ende der Porträt-Fotografie oder aber ein Versuch einer zeitgemäßen Erneuerung?

SG

Ausstellungsort

Kunsthaus