Christopher Muller

01

Christopher Muller
Lunch
, 2000
© Christopher Muller

02

Christopher Muller
Studio
, 2011
© Christopher Muller

03

Christopher Muller
me,
2013
© Christopher Muller

*1966 in Stade, lebt in Düsseldorf

 

Christopher Muller ist seit den neunziger Jahren eher für seine Stillleben bekannt, doch mit den Jahren hat sich auch die Beschäftigung mit dem Genre des Porträts langsam, wie er sagt „in mein fotografisches Werk und meine Malerei eingeschlichen“. In der Tat markiert Mullers Position einen interessanten Grenzfall der Porträt-Darstellung, insofern viele dieser Bilder eine große Nähe zum Stillleben offenbaren. In diesem Sinne sind häufig Personen nicht direkt, sondern in Form von Abbildungen (Postkarten oder Fotos) in einem Objekt-Ensemble zu sehen. Die Vorstellung der tatsächlich abwesenden oder nicht unmittelbar präsenten Personen wird dabei durch ihr Umfeld psychisch aufgeladen. In diesem Sinne stehen Mullers Porträts auch stellvertretend für die erzählerische Komponente im Kontext der zeitgenössischen Fotografie.

In jedem Fall handelt es sich bei Muller um Einzelbilder, nicht um Reihen oder gar Serien. Und obwohl er teilweise auch gezielt und erkennbar digitale Mittel in seiner Fotografie einsetzt, bleibt doch auch die Auseinandersetzung mit der Tradition alter Malerei erkennbar.

Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist eines der ersten Porträts in seinem Schaffen: das 2000 entstandene „Lunch“, das sich auch in der Sammlung des Kunstmuseum Bonn befindet. Muller relativiert dabei: „Allerdings verstehe ich Lunch nicht in erster Linie als Porträt in dem Sinne, dass es der Identität einer abgebildeten Person nachspürt; vielmehr lebt es hauptsächlich von der Gegenüberstellung zweier sehr unterschiedlicher Stimmun­gen. Doch denke ich, dass die beiden Stimmungslagen charakteristisch sind für die beiden Personen – und damit auch ihre jeweilige Persönlichkeit kenn­zeichnen.“ Person und Raum gehen ineinander über.

 

www.christopher-muller.de

SG

Ausstellungsort

Kunsthaus