August Sander

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August Sander
Bauer beim Kirchgang, 1925/26
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2016

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August Sander
Straßenarbeiter im Ruhrgebiet, c. 1928
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2016

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August Sander
Maler [Gottfried Brockmann], 1924
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn, 2016

1876 Herdorf –1964 Köln, nach photographischer Ausbildung im Fotoatelier Carl Siebel, Siegen, sowie Georg Jung, Trier, erstes Atelier in Linz/Donau; von 1910 bis 1944 Lichtbildwerkstatt August Sander Köln; nach dem Zweiten Weltkrieg Weiterarbeit in Kuchhausen, Westerwald

 

Im Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln nimmt die Porträtfotografie einen hohen Stellenwert ein. Das hier verortete August Sander Archiv birgt Tausende von Porträts, die der Lichtbildner Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1950er Jahre aufnahm.

Berühmt und international geschätzt ist August Sander hauptsächlich wegen seines konzeptuell angelegten Porträtkompendiums Menschen des 20. Jahrhunderts. Seit er Mitte der 1920er Jahre erste Überlegungen für sein Mappenwerk oder Kulturwerk, wie er es auch bezeichnete, ersann und schriftlich festhielt, entwickelte sich kontinuierlich die Idee einer langfristig angelegten empirischen Studie, die in aller Komplexität darauf zielte, das Antlitz der Zeit mittels einzelner Porträts, seien es Einzel-, Doppel- oder Gruppenporträts, zu dokumentieren. Sein Anspruch zielte auf eine exakt treffende Realitätsabbildung ebenso wie auf die Umsetzung eines frei interpretierbaren Sinnbilds. Sander hob jene Merkmale einer Person hervor, die diese als Typus ihrer Zeit kennzeichnen, ohne jedoch ihre spezifisch individuellen Züge außen vor zu lassen. Insgesamt schuf er mit seinen Porträtbildern einen aus künstlerischer Perspektive gewonnenen Überblick über die verschiedenen Altersgruppen, Berufsstände und sozialen Schichten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Damit hat Sander die Porträtfotografie aus den Fängen eingefahrener Atelierarbeit befreit, ihr zu größerer Lebensnähe verholfen und für das Medium einen weitreichend konzeptuell begründeten, künstlerischen Ansatz gefunden. Nach wie vor treffen seine Aufnahmen damit den Nerv der Zeit und regen zu Fragestellungen an, die von zahlreichen Fotografen weiterentwickelt werden – sei es hinsichtlich seiner Inhalte, sei es mit dem Fokus auf sein methodisches Vorgehen und seinen Forschergeist.

 

www.photographie-sk-kultur.de/august-sander

 

AS-ARCHIVE

Ausstellungsort

Kunsthalle Nürnberg